Kreisversammlung zur sozialen Situation im Landkreis
Einen Überblick über die soziale Situation der Menschen im Landkreis Freising gab der Geschäftsführer der Caritas Freising am Donnerstag, 10.Juni 2010 in der Kreisversammlung der Freisinger GRÜNEN. Die Veranstaltung war der Auftakt für eine intensivere Beschäftigung der GRÜNEN Kreistagsfraktion und des Kreisverbandes mit sozialen Fragen.
Ludwig Mittermeier stellte am Anfang klar, dass der Landkreis Freising im Schnitt sicher besser dastehe als andere Regionen in Deutschland, keineswegs aber eine Insel der Seligen sei.
Für die von sozialen Notlagen betroffenen Menschen ist es letztendlich unerheblich, ob sie in einem vergleichbaren „reichen“ Landkreis wohnen, unter Umständen leiden sie dann unter der Situation noch mehr.
Im einzelnen verwies er darauf, dass im gesamten Landkreis, nicht nur in den Städten und größeren Gemeinden der Bedarf an sozialer Beratung und Betreuung bestehe und zwar über die gesamte Palette der sozialen Bedarfe.
Bedenkenswert sei auch die Zunahme der Personen mit psychischen Erkrankungen, insbesondere der jüngeren zwischen 20 und 30, so Mittermeier.
Besonders problematisch sind für Mittermeier die Langzeitarbeitslosen. Betroffen sind hier häufig Alleinerziehende oder Personen mit „Vermittlungshemmnissen“. Schnell könne sich hier ein Kreislauf entwickeln, der Kindern von Anfang an Entwicklungschancen nehme. So sieht Mittermeier Kinderarmut nicht nur als materielles Problem, sondern auch als Mangel an Möglichkeiten. Gerade an diesem Beispiel zeige sich auch die Notwendigkeit einer Verknüpfung von Bildungs- und Sozialpolitik und einer frühzeitigen Förderung von Kindern um
Zur Pflegesituation erklärte Mittermeier, dass eine ausreichende Zahl an stationären Pflegeplätzen im Landkreis vorhanden sei. Auch eine ambulante Versorgung sei flächendeckend vorhanden, allerdings finanziell unterversorgt.
Im Landkreis gibt es eine vergleichsweise hohe Quote von jugendlichen Arbeitslosen, die aufgrund des Bildungsstandes kaum in Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden können.
Mittermeier plädierte für eine weitere Stärkung des Ehrenamtes ohne dass soziale Netzwerke nicht mehr tragfähig genug wären. Dabei käme es aber vor allem darauf an, das bürgerschaftliche Engagement professionell zu begleiten und zu unterstützen.
Für dringend notwendig hält Ludwig Mittermeier eine soziale Beratung die die vorhandenen Fachberatungen ergänzt und eine Lotsenfunktion einnehmen soll.
Die Versammlung sammelte im Anschluss an Referat und Diskussion Bereiche, die in der nächsten Zeit bearbeitet werden sollen.
Integration von Menschen mit Migrationshintergrund
Prävention im vorschulischen, frühkindlichen Alter
Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements
Förderung von Langzeitarbeitslosen, Möglichkeiten zur Integration in den Arbeitsmarkt
Situation von jugendlichen Arbeitslosen (Berufsvorbereitungsjahr, andere Maßnahmen)
Schaffung einer Stelle für allgemeine soziale Beratung als Ergänzung zu den vorhandenen Fachberatungen
Zunahme der psychischen Erkrankungen, Möglichkeiten die Versorgung zu verbessern

